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Die meisten New-Balance-Modelle auf dieser Seite werden in Asien gefertigt. Der 991 nicht. Seit seinem Debüt 2001 wird er ausschließlich in der New Balance-Fabrik in Flimby produziert, einem kleinen Küstenort in Cumbria, Nordwestengland. Das ist kein Marketing-Detail, sondern der Kern dessen, was den 991 von jedem anderen Modell auf SNKRADDICTED unterscheidet. Flimby bedeutet: Pigskin Suede aus europäischen Gerbereien, Mesh in kleineren Chargen, ENCAP-Dämpfung mit ABZORB-Pods in Ferse und Vorfuß, Ndurance-Gummi an den Hochverschleiß-Zonen der Außensohle – und ein Retail von 250 €, der diese Materialqualität reflektiert. Der 991 war 2001 das achte Modell der 990er-Serie und das erste mit sichtbarer ABZORB-Dämpfung in Vor- und Rückfuß. Er setzte den technischen Standard für alles, was danach kam (992, 993, 990v3–v6), wurde aber nie zum Mainstream-Hit wie diese Nachfolger. Stattdessen fand er seine Nische: europäische Menswear, japanische Sneaker-Kultur, und die Garderoben von Leuten, die Sneaker als Qualitätsprodukt statt als Hype-Objekt verstehen. Steve Jobs trug den 991 in Grau, als er 2007 auf der Macworld-Bühne das iPhone vorstellte – ein Moment, der den Schuh endgültig als Uniform des bewussten Understatements codierte.
2023 stellte New Balance den 991v2 vor, entworfen von Samuel Pearce, Senior Creative Design Manager in Flimby. Es war das erste Mal, dass ein Modell der 99X-Serie vollständig in England entwickelt und gebaut wurde – nicht nur produziert. Die Unterschiede zum v1 sind subtil, aber substanziell: Full-Length FuelCell-Midsole statt klassischem ABZORB (deutlich reaktiver beim Laufen), ABZORB SBS-Heel-Pods für zusätzliche Dämpfung, leicht gerundete Paneel-Kanten, die an den 992 erinnern, und eine schlankere Zunge. Der v2 ist der sportlichere, modernere Schuh. Aber New Balance hat den v1 nicht eingestellt – im Gegenteil. Die Strategie für 2026 positioniert beide Versionen parallel: Der 991v2 als Flagship des Made-in-UK-Programms mit monatlichen Inline-Colorways und Collabs (Stone Island, JJJJound, Kith, Up There). Der 991v1 als Luxury-Offering mit selteneren, materialfokussierten Releases. Die „Luxury Leather"-Edition (Februar 2026, 270 €) macht das Konzept explizit: pflanzlich gegerbtes Leder in drei Brauntönen, inspiriert von italienischem Vintage-Gepäck, komplett ohne Mesh oder Suede. Ein Schuh, der mehr an einen Florentiner Lederwarenmarkt erinnert als an eine Laufschuh-Linie.
Der 991 wird nicht wie der 1000 oder der 2002R über laute Collab-Sequenzen eingeführt, sondern über Partner, die zum Charakter des Schuhs passen. Aimé Leon Dore und Teddy Santis (der den 991 als Teil seiner Made-in-USA/UK-Vision versteht) lieferten Ende 2025 zwei Colorways in Braun und Grün. Stone Island eröffnete die 991v2-Ära 2023 mit einem Black-Olive-Release, der das Modell sofort im Technical-Menswear-Segment positionierte. JJJJound brachte die typische Reduktion. Patta, Palace und Paperboy ergänzten das Spektrum über die Jahre. Was diese Collabs eint: Sie verändern nie die Grundstruktur des 991. Kein destrukturiertes Suede wie beim 2002R Protection Pack, keine Neon-Gradienten wie bei Salehe Bembury. Der 991 wird über Materialwahl und Farbgebung interpretiert, nicht über Design-Dekonstruktion. Das limitiert die kreative Bandbreite, schützt aber die Identität – und genau das ist der Punkt. Die Zielgruppe kauft den 991, weil er der 991 ist, nicht weil ein Designer ihn unkenntlich gemacht hat.
Anfang 2026 zeigt sich eine ungewöhnlich dichte Release-Kadenz für den 991. Die 991v1 „Luxury Leather" in Chocolate Plum (Februar, 270 €) markiert das erste v1-Inline seit 2023. Parallel dazu liefert der 991v2 im Februar gleich drei neue Made-in-UK-Colorways: Smoked Pearl, Porcelain Green (ein zweitoniger Teal-Suede) und Forged Iron (klassisches NB-Grau in drei Abstufungen). Für Spring 2026 steht der „Elephant Skin" mit Grau-Orange-Akzenten an. Das Muster ist klar: New Balance investiert 2026 stärker in den 991 als in den Vorjahren. Der Grund liegt vermutlich in der Marktdynamik: Während Trend-Modelle wie der 204L oder der 2000 um die Aufmerksamkeit der Hype-Zielgruppe konkurrieren, besetzt der 991 ein Segment, das weniger zyklisch ist. Made-in-UK-Käufer wechseln nicht zum nächsten Trend – sie kaufen den nächsten Colorway. Das macht den 991 zum stabilsten Umsatzanker im NB-Portfolio, auch wenn er nie die Release-Hype-Peaks der Lifestyle-Modelle erreicht.
Hier findet ihr alle aktuellen und kommenden New Balance 991 Drops – sowohl 991v1 als auch 991v2. Mit 250 € (v2) bzw. 270 € (v1 Luxury) ist der 991 das Premium-Modell in der SNKRADDICTED-New-Balance-Sektion, preislich über dem 1906 (150 €), dem 2002R (130 €) und dem 1000 (150 €). In der SNKRADDICTED App könnt ihr Release-Alerts setzen und Preise vergleichen. Der 991 richtet sich an eine Zielgruppe, die Qualität, Herkunft und Langlebigkeit über Trend-Relevanz stellt – und genau dafür ist er seit über zwei Jahrzehnten die richtige Wahl.