Puma hat harte Jahre hinter sich. 2025 war offiziell ein „Reset Year": Umsatz runter um über 10 %, rund 1.400 Stellen gestrichen, 20 % weniger Wholesale-Distribution, CEO-Wechsel von Arne Freundt zu Arthur Hoeld (26 Jahre bei adidas). 2026 nennt Puma selbst ein „Transition Year" – die Zahlen werden noch nicht schön sein (prognostiziertes EBIT zwischen -50 und -150 Millionen Euro), aber die Grundlagen für den Wiederaufstieg ab 2027 sollen gelegt werden. Das klingt nach Krisenmanagement. Ist es auch. Aber die andere Seite der Geschichte ist: Während Puma auf Unternehmensebene saniert, hat die Marke auf Produktebene 2025 einen der überraschendsten Runs im gesamten Sneaker-Markt hingelegt. Der Grund hat vier Buchstaben und eine sehr flache Sohle.
Der Puma Speedcat wurde 1999 als Motorsport-Schuh entwickelt: flache Sohle für optimales Pedalgefühl, schmale Silhouette, minimales Profil. Über zwei Jahrzehnte existierte er als Nischenprodukt für Formel-1-Fans und Autoliebhaber. 2024/2025 explodierte er – und zwar genau aus dem Grund, aus dem auch der New Balance 204L und der adidas Samba funktionieren: Der Thin-Sole-Trend machte flache Silhouetten zum begehrtesten Look im Markt. Der Speedcat war schon immer flat. Er musste sich nicht anpassen. Die Collab-Liste 2025 liest sich wie ein Best-of der globalen Sneaker- und Modekultur: Balenciaga zeigte den Speedcat Ultrasoft auf dem Winter-2025-Runway in Paris – dekonstruiert, mit Worn-Out-Suede und abgeschnittenem Formstrip. JJJJound brachte im Oktober zwei Leder-Speedcats in tonalen Schwarz und Braun aus italienischem Leder. Rosé von BLACKPINK, Rombaut, Represent, Jil Sander – alle griffen zum Speedcat. Daniëlle Cathari lieferte Anfang 2026 eine Version in Dusty Moss mit Washed Suede. Nahmias brachte im April 2026 mit Charles Leclerc als Kampagnengesicht drei Speedcat-Colorways mit Suede-Overlays und Distressing. Der Speedcat ist für Puma 2025/2026 das, was der Gel-Kayano 14 für Asics ist: die eine Silhouette, über die sich die gesamte Collab-Kultur der Marke definiert.
Puma hat neben dem Speedcat drei weitere Silhouetten, die 2026 relevant sind. Der Puma Suede (seit 1968) ist das Fundament der Marke – der älteste durchgehend produzierte Puma-Sneaker und das Modell, das bei fast jeder Collab mitläuft. JJJJound hat den Suede inzwischen fünfmal bearbeitet (zuletzt Navy, Herbst 2025), Nahmias nutzte ihn für drei Colorways beim PFW-Debüt, Priya Ahluwalia brachte eine London-inspirierte Version mit Ombre-Midsole. Für unter 100 € (Inline) bietet der Suede eine Materialqualität, die den Vergleich mit dem adidas Gazelle nicht scheuen muss.
Der Palermo profitiert vom selben Retro-Terrace-Trend, der den Samba groß gemacht hat – Fußballkultur trifft Streetwear. Puma positioniert ihn als die zugänglichere, weniger übersättigte Alternative zum Samba.
Der Mostro ist das Wildcard-Modell: ursprünglich ein Performance-Schuh mit markanter Krallen-Sohle, wird er 2025/2026 über experimentelle Collabs (Rombaut, Coperni) in die Fashion-Sphäre gehoben.
Was in den Produkt-fokussierten Sneaker-Medien oft untergeht: Puma ist primär eine Fußballmarke. Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird der wichtigste Marketing-Moment des Jahres. Puma stattet Nationalmannschaften und Einzelspieler aus (u.a. Neymar, Antoine Griezmann) und wird die NITRO-Running-Plattform sowie die King-Fußballschuh-Linie massiv bewerben. Für den Lifestyle-Bereich bedeutet das: erhöhte Marken-Awareness, die auch die Sportstyle-Modelle nach oben zieht. Der Palermo als Terrace-Schuh und der Speedcat mit seiner Motorsport-Heritage profitieren beide von einem Moment, in dem Sportkultur global im Fokus steht.
Die ehrliche Einordnung: Puma ist 2026 keine Marke auf dem aufsteigenden Ast wie New Balance oder Asics. Die Unternehmenszahlen sind schlecht, die Reorganisation läuft, und der neue CEO muss erst beweisen, dass er die Wende schafft. Aber genau das macht Puma interessant. Die Collab-Qualität ist aktuell höher als bei den meisten Konkurrenten – Balenciaga, JJJJound, Jil Sander, Nahmias, Daniëlle Cathari sind Namen, die auf Produkt-Level erstklassig liefern. Die Preise liegen konstant unter dem, was Nike oder New Balance für vergleichbare Collabs aufrufen (Speedcat-Collabs zwischen 120 und 150 €, Suede unter 100 € inline). Und der Speedcat besetzt eine Nische – Motorsport-Flat-Sole – die kein anderes Modell im Markt bedient. Wer antizyklisch einkauft, findet bei Puma gerade das beste Preis-Qualitäts-Verhältnis im gesamten Sneaker-Markt.
Hier findet ihr sämtliche aktuellen und kommenden Puma Drops – Speedcat, Suede, Palermo, Mostro und mehr. In der SNKRADDICTED App könnt ihr Release-Alerts setzen und Preise vergleichen. Puma ist 2026 die Marke für alle, die starke Collabs und Archiv-Silhouetten wollen, ohne Hype-Aufschläge zu zahlen.